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In diesem Newsletter:
>   Ein ereignisreicher September
>   Engstelle Bayreuther Straße wurde beseitigt
>   Piastenbrücke - die Letzte
>   Dormitz bleibt gefährlich
>   Ortstermin an der Kersbacher Kreuzung
>   Vandalismus
>   Mit dem Rad zur Schule
>   Tour mit dem Landrat musste ausfallen
>   AG Rad
>   Radverkehrsbeauftragte
>   LOP-Liste
>   Critical Mass
>   Forchheim for future (FFF)
>   Demo in Frankfurt
>   Feedback
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Ein ereignisreicher September

In diesem Monat war in Forchheim viel los: Critical Mass, Ortstermin am Kersbacher Kreuz, Fridays for Future, die neue Rad-AG, viel Arbeit also. Dazu einige Mitteilungen an die Presse, die dem Radfahren inzwischen erfreulich viel Raum einräumt.

Deswegen gibt es dieses Mal keinen "Blick über den Zaun", keine Unfallmeldungen und keine Kuriositäten.

Aber: Wenn Sie uns unterstützen wollen, kommen Sie zu uns! Wir freuen uns über alle, die bei uns mitmachen wollen.

Engstelle Bayreuther Straße wurde beseitigt

Das ging erstaunlich schnell. Ohne den Lauf durch die Gremien abzuwarten, wurde hier der Weg etwas verbreitert. Einfach ein Stück von der Straße abgezwackt. Die Mauer konnte man ja nicht versetzen. Man sieht: Wo ein Wille ist, ist auch ein (Rad-) Weg.

Piastenbrücke - die Letzte

In einer Sondersitzung am 19. September beschäftigte sich der Forchheimer Stadtrat nochmals mit der Piastenbrücke. Zwei Bahn-Mitarbeiter beschrieben das Scenario, wenn Forchheim die Brücke selbst bauen würde.

Die Stadt käme dann für alle Arbeiten auf: Planung, Durchführung eines Planfeststellungsverfahrens, Bauaufsicht und Bausführung. Das könnte sich über mehrere Jahre hinziehen. Bei einer breiteren Brücke ergäben sich außer einer erneuten statischen Berechnung Probleme mit den Anschlüssen an beiden Enden und mit den Grundstücksnachbarn.

Die Bahnmitarbeiter betonten, dass das Planfeststellungsverfahren für ihr Bauwerk abgeschlossen sei und die Bahn somit berechtigt sei zu bauen. Die alte Brücke werde in 2020 abgerissen, die neue innerhalb eines Jahres fertiggestellt. Der Abriss erfolge in dem einzig möglichen Zeitfenster.

Auf Grund der zahlreichen Unwägbarkeiten in zeitlicher und finanzieller Hinsicht, entschied sich die Mehrarbeit für den Bau der Brücke in vorgesehen Form, also ohne Radwege.

Dormitz bleibt gefährlich

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In einer Bürgerversammlung zu Beginn dieses Jahres wurde die Forderung nach Schutzstreifen für Radfahrer auf der Dormitzer Ortsdurchfahrt laut. Der Gemeinderat befasste sich zwar mit diesem Antrag, gab ihn aber ohne weitere Diskussion an das Staatlich Bauamt Bamberg weiter. Es handelt sich ja um eine Staatsstraße und da reicht man den Schwarzen Peter gerne weiter.

Inzwischen liegt auch eine Antwort vor. Das Landratsamt als Straßenverkehrsbehörde und das Staatliche Bauamt sehen keine Möglichkeit für Schutzstreifen. Die Straße sei einfach zu schmal. Anderes war ja auch nicht zu erwarten. Die einfachste "Lösung" ist immer die, alles so zu lassen wie es ist.

Auch bei engen Ortsdurchfahrten lassen sich Schutzstreifen anlegen. Die AGFK Baden-Württemberg hat ein Gutachten dazu erstellen lassen. Demnach sind Schutzstreifen selbst bei einer Fahrbahnbreite von 6,60 m möglich. Die Dormitzer Hauptstraße wäre also breit genug.

In Bayern will man von diesem Gutachten nichts wissen. Da müssten die Autofahrer ja ständig auf diese Schutzstreifen ausweichen, zumal die Fahrzeuge breiter und breiter werden. Also nichts ist's.

Vor und hinter Dormitz gibt es gut ausgebaute Radwege. Da wurde ordentlich Steuergeld investiert. Was hilft's, wenn sie wegen der Dormitzer Gefahrenlage nicht benutzt werden.

Ortstermin an der Kersbacher Kreuzung

Schon im Juni hatten wir Herrn Brütting vom Forchheimer Straßenverkehrsamt angeschrieben und gebeten, mit uns einmal die Kersbacher Kreuzung zu begehen. Leider erhielten wir lange keine Antwort, so dass wir im September noch einmal anfragten. Nachdem wir der Meinung waren, dass es eigentlich unnötig sei, dafür auch die Polizei und weitere Behördenvertreter hinzuziehen, ging alles ganz schnell und wir trafen uns am 25. September an besagter Kreuzung. Mit Herrn Brütting waren auch noch zwei Ampelspezialisten von Siemens, der Leiter des Forchheimer Tiefbauamtes sowie ein Mitarbeiter des Staatlichen Bauamts Bamberg mit von der Partei.

Die Fachleute diskutierten auch sogleich miteinander, so dass wir zwei ADFCler Mühe hatten, zu Wort zu kommen. Es sei ja alles schon hinreichend bekannt und man habe auch schon Lösungsideen. Das hat uns ein weinig überrascht, denn wenn man die Probleme schon kennt, warum hat man sie nicht schon lange beseitigt.

Seitens des ADFC ging es vor allem um folgende Aspekte:

Radfahrer und Fußgänger müssen grundsätzlich an den für den Autoverkehr vorgesehenen Rechtsabbiegerspuren warten. Aus unserer Sicht sind diese Ampelregelungen dort völlig unnötig. Die Straße ist gut einsehbar und auf den Abbiegerspuren verkehren nur wenig Fahrzeuge. Wenn man dennoch auf die Ampeln Wert lege, so sollte man sie für alle Verkehrsteilnehmer auf Dunkel stellen und erst bei expliziter Anforderung einschalten, also sogenannten "schlafende Ampeln".

Der zweite Punkt sind die durch die Ampelschaltungen bedingten Zwangspausen auf den Mittelinseln. Hinten schon Grün, vorne aber noch Rot. Dazu vorne und hinten tosender Verkehr. Wer da mit einem Kinderanhänger unterwegs ist, gefährdet das Leben seines Kindes.

Beide Problemkreise wurden zur Kenntnis genommen und zeitnahe Abhilfe zugesagt. Man darf gespannt sein, was nun passiert. Und es ist nicht die einzige Kreuzung mit dieser Problematik. Das Gleiche gilt für die OBI-Kreuzung oder den Übergang Richtung Hainbrunnenstraße hinter der Eisenbahnbrücke.

Vandalismus

Es ist nicht zu fassen. Welche Schwachköpfe haben ihre Freude daran, fremdes Eigentum derart zu behandeln. Pendler stellen ihre Räder am Kersbacher Bahnhof ab, um umweltfreundlich mit der S-Bahn weiterzufahren, und dann dies.

Ob es etwas bringt, hier Überwachungskameras zu installieren?

Man könnte auch absperrbare Abstellanlagen aufstellen etwa in Form von "Käfigen" für vielleicht jeweils zehn Räder. Für eine geringe Gebühr bekommt man dafür einen Schlüssel und das Rad wäre sicherer untergebracht. Gerade für höherwertige Räder wäre das sinnvoll.

 

Mit dem Rad zur Schule

Am 30. September hatte das Forchheimer Herder-Gymnasium seine Klassenelternabende für die 5. Klassen. Eigentlich wollten wir uns dort kurz in der jeweiligen Klasse bei den Eltern vorstellen und für unsere Aktion werben. Daraus wurde leider nichts, weil man seitens der Schulleitung glaubte, die Klassenleiter hätten ohnehin so viel zu tun und dafür keine Zeit mehr. Deswegen haben wir unseren Elterbrief in der Schule abgegeben und hoffen, dass er die Eltern der Fünftklässler erreicht hat. Der persönliche Kontakt wäre sicherlich wirkungsvoller gewesen. Die anderen Schulen stehen noch aus.

Tour mit dem Landrat musste ausfallen

Wie schon in den Vorjahren wollten wir unseren Landrat zu einigen Stellen im Landkreis führen, wo wir Lösungen und Verbesserungen erwarten. Die für den 28. September geplante Tour musste wegen Erkrankung von Herrn Dr. Ulm leider ausfallen. Wir werden sie aber bei Gelegenheit nachholen. Im Gespräch ist der 2. November, falls es Witterung dann noch zulässt.

Es soll in den südlichen Teil des Landkreises Forchheim gehen. Wir planen unsere Tour ausgehend vom OBI-Parkplatz über Kersbach, Poxdorf, Langensendelbach in den Neunkirchener Raum, u.a. nach Rosenbach und Dormitz. Obwohl der Radweg durch Weiher im Landkreis Erlangen liegt, muss er als mustergültig bezeichnet werden. Genau das Gegenteil finden wir in Dormitz, wo man auf der Hauptstraße sein Leben riskiert und sich nur "Hartgesottene" zu fahren trauen. In Neunkirchen werden wir die Situation an der Erlanger Straße vorführen, wo seit Jahren nichts für unsere Sicherheit geschieht. Wenn man auf künftige Umgehungsstraßen verweist und glaubt, alles so lassen zu können wie es ist, so ist das einfach peinlich.

AG Rad

Diesen Hinweis finden wir auf der Homepage der Stadt Forchheim. Am 25. September war es soweit: Unter Federführung von Frau Steinmetz konstituierte sich die neue Forchheimer AG-Rad. Dabei waren vier Vertreter des ADFC, natürlich OB Kirschstein, diverse Mitarbeiter aus der Bauverwaltung, der Polzei, vom VCD sowie die Fraktionsvorsitzenden von CSU, SPD und Grüne/FGL. Sie alle wollen dazu beitragen, Forchheim attraktiver für alle Radfahrenden zu machen. Frau Steinmetz wird die Funktion der Radverkehrsbeauftragten neben ihrer Tätigkeit im Bereich Natur und Umwelt übernehmen. Immerhin, ein Anfang ist gemacht.

Radverkehrsbeauftragte

Bei der Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundlicher Kommunen (AGFK) finden wir das Anforderungsprofil für Radverkehrsbeauftragte, eine ziemliche Liste.

LOP-Liste

LOP-Liste, was ist das? LOP steht für "Liste offener Punkte". Das ist eine über Jahre gepflegte Liste diverser Problemstellen im Stadtgebiet von Forchheim. Sie wurde unserer neuen städtischen Radverkehrsbeauftragten bereits zugestellt mit der Bitte, sich nach und nach der einzelnen Punkte anzunehmen. Wir haben Hoffnung!

Critical Mass

Am 6. September hatten sich doch rein zufällig zahlreiche Radfahrer auf dem Paradeplatz eingefunden. Ordnungsamt und Polizei waren der Ansicht, der ADFC habe das Ganze organisiert. Das mussten wir striktens zurückweisen.

Und dann ging es los im Verband auf den Staßen durch Forchheim. Die Stimmung war gut, zumindest bei den Radfahrern, weniger bei den Leuten in den Autos. Es wurde immer wieder gehupt und zum Teil gefährlich überholt. Da muss noch viel Überzeugungsarbeit geleistet werden, bis Radfahrer als gleichberechtigt angesehen werden,

Forchheim for future (FFF)

Am Freitag, den 20. September nahmen auch zahlreiche Forchheimer Schülerinnen und Schüler an den bundes-, sogar weltweiten Aktionen zum Klimawandel teil. Dabei hatte der ADFC ebenfalls Gelegenheit, ein paar Worte an die Demonstrationsteilnehmer zu richten.

Dass Radfahren allein die Welt nicht retten wird, ist wohl klar. Aber einen wichtigen Beitrag zur Minderung des Kohlendioxidausstoßes kann es leisten. Dafür bedarf es allerding einer attraktiven Radverkehrsinfrastruktur. Wer ständig sinnlos an Ampeln warten muss, bei jeder Einmündung über Stoßkanten rumpelt oder sich plötzlich an abrupt endenden Radwegen - so überhaupt vorhanden - im Autoverkehr wiederfindet, der hat wenig Lust, aufs Rad umzusteigen.

Der ADFC fordert daher besonders die demonstrierenden Jugendlichen auf, sich in den diversen Gremien zu engagieren. Geht in die Gemeinde- und Stadtratssitzungen, sprecht die lokalen Politiker an, kandidiert selber! Nur wer hier aktiv wird, kann mitentscheiden. Der Weg ist mühsam, aber es lohnt sich.

Demo in Frankfurt

Da musste man einfach hin! Zur Großdemonstration vor den Messehallten der Automobilausstellung in Frankfurt.

Die Angst vor Konfrontation und Aggression war offensichtlich groß. Die Strecke führte vorwiegend durch unbedeutendes Gelände mit vielen Baustellen fernab jeglichen Verkehrs. Außer einem großen Polizeiaufgebot standen nur vereinzelt Personen am Straßenrand. Alle Seitenstraßen waren weiträumig abgesperrt.

Nichtsdestotrotz war die Stimmung toll. Vor allem die Ankunft der Radfahrer, die sternförmig aus dem Umland anrollten, war eindrucksvoll. Es wird Zeit, dass außer "Bla, bla, bla" endlich auch einmal Taten folgen.

Feedback

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Besonders interessieren wir uns zudem für positive aber auch negative Beispiele aus der Welt des Radverkehrs. Wenn Sie also etwa im Urlaub sehen, wie das Radfahren anderswo gefördert wird, schicken Sie uns einen kurzen Bericht. Dazu womöglich auch noch Bildmaterial.

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